Finale am 16.05.2026 in Wallbach
Das Pokalfinale der Radballelite in Wallbach, ein Ortsteil von Bad Säckingen im Südschwarzwald brachte ein Wechselbad der Gefühle für Spieler und Fans, sowie ein verlorenes Finale mit sich. Allerdings waren erstmal eine fast fünfstündige Anfahrt in den Südschwarzwald zu verkraften um dann in dieses wichtige Turnier zu gehen.

In Spiel eins ging es gegen den Nachrücker aus Gärtringen. Da die eigentlich qualifizierte Mannschaft aus Großkoschen verletzungsbedingt absagte, erklärten sich die Spieler des RV Gärtringen kurzfristig bereit, einzuspringen. Beide Mannschaften standen sich bereits in der Bundesliga gegenüber und beide Male konnte Stein sich behaupten. So war man auch in diesem Spiel wieder leichter Favorit. Robert untermauerte dies mit einem Eckballtreffer nach gerade mal 24 Sekunden. Erneut Robert war es, der nach 2 Minuten auf 2:0 erhöhte. Gärtringen war allerdings nicht gewillt sich kampflos zu ergeben und verkürzte kurz danach auf 1:2 durch einen 4-Meter-Ball. Aber Michi zielte zweimal ganz genau und stellte auf 4:1 ehe Gärtringen der Treffer zum 2:4 Halbzeitstand gelang. In Hälfte 2 konnte Robert noch auf 5:2 erhöhen und danach verwalteten die Steiner Jungs das Spiel unspektakulär, so dass man am Ende den so wichtigen ersten Dreier eingefahren hatte.
Im zweiten und bereits letzten Vorrundenspiel traf man auf die Mannschaft vom RSV Waldrems. Diese traten mit einem Ersatzspieler im Tor an. Vielleicht war das der Grund, warum sich Robert und Michi etwas zu sicher fühlten, und während des gesamten Spieles ihr Potential nicht richtig abrufen konnten. Aufgrund der Tabellenkonstellation konnte man sogar mit einem Tor verlieren um als Erster ins Halbfinale zu ziehen. Zwar ging man schnell mit 1:0 in Führung, Michi war der Verantwortliche Torschütze, doch ein 4-Meter-Ball brachte den schnellen Ausgleich. Kurz vor der Pause ging die Steiner Erste durch einen sehenswerten Lupfer von Robert über das ganze Spielfeld erneut in Führung, was dann auch der Halbzeitstand war. Nach der Pause waren die „Remser“ zunächst die bessere Mannschaft und nutzten einen Ballverlust zum 2:2 Ausgleich und als dann drei Minuten vor dem Schlusspfiff das 2:3 gegen uns fiel, wurden die Nerven der Fans schon sehr strapaziert. Michi beruhigte dann sich, Robert und Fans durch einen strammen Schuss zum 3:3. Allerdings waren noch über zwei Minuten zu spielen und unser Spiel war nicht dazu geeignet, sich beruhigt zurückzulehnen. Waldrems versuchte alles und hatte noch einige Chancen. Robert musste dann noch 45 Sekunden vor Schluss einen Freischlag aus 4-Metern spektakulär mit dem Hinterrad ins Aus befördern ehe die beiden Unparteiischen das Spiel beendeten.
Das Halbfinale war erreicht und der Gegner war die Mannschaft vom RVW Naurod. Eben diese Nauroder sollten unbedingt geschlagen werden, denn sie sind aktuell Tabellenzweiter der Bundesliga und somit direkter Konkurrent um wertvolle WM-Punkte. So benötigten die Beiden im roten Trikot eine Leistungssteigerung und zeigten diese auch. Michi traf zweimal aus spitzem Winkel und bis 90 Sekunden vor Schluss der ersten Hälfte ging man mit 2:0 in Führung. Dann konnte Naurod den Anschlusstreffer erzielen. Mit dieser knappen Führung ging es in die Pause. Kurz nach Wiederanpfiff gelang Naurod der Ausgleich, doch Robert sorgte mit einem Treffer nach einer Ecke die erneute Führung. Ab dann rollte die Maschine der Steiner wieder und Robert mit zwei weiteren Treffern zum 5:2 Endstand machte den Finaleinzug perfekt.
Im Finale kreuzte man wieder die Vorderräder mit den Nachrückern aus Gärtringen, die im zweiten Halbfinale mit 6:5 gegen den SV Nordshausen die Oberhand behielten. In diesem Spiel ging man dann auch durch Robert erwartungsgemäß in Führung. Der 1:1 Ausgleich durch eine Gärtringer Ecke warf unsere Mannschaft komplett aus der Bahn. Zwei unsaubere Abschlüsse nutzte der Gegner und netzte beide Male ins verwaiste Steiner Tor. 1:3 war dann auch der überraschende Halbzeitstand. Nach der Pause versuchten Michi und Robert alles, und konnten zum 2:3 und später noch zum 3:5 verkürzen. Jedoch die bedingungslose Offensive lud den Gegner zu Kontern ein und so fingen wir Tor um Tor und man ging am Ende mit 3:9 regelrecht baden. Das war so nicht geplant und die Enttäuschung stand den beiden Mannen aus der Faberstadt ins Gesicht geschrieben. Neidlos muss man aber auch anerkennen, dass die junge Gärtringer Mannschaft in diesem Turnier eine sehr gute Leistung boten und verdient den Pokal mit nach Hause nahm.
Ist das Glas nach diesem Turnier nun halbvoll oder halbleer? So oder ähnlich fragten sich alle, die mit den Steinern mitfieberten und die Antwort darauf lautet ganz klar: Das Glas ist halbvoll. Zum einen hatte man mit Naurod einen potentiellen Konkurrenten um die WM-Wertung hinter sich gelassen, zum anderen konnte keiner der anderen Top-Fünf-Mannschaften der Bundesliga Punkte sammeln. Natürlich wäre der Pokalsieg ein toller Erfolg, aber die Mannschaften der Radball Bundesliga sind in ihrem Leistungsvermögen so eng beieinander, dass man vor allem über die Konstanz zum Ziel kommt. Und da sind Robert und Michi auf einem guten Weg.


