Dritter World Cup 2026 in Baj – Ungarn

Dritter World Cup 2026 in Baj – Ungarn

Am (sehr) frühen Morgen, nämlich um 4:30 Uhr, trafen sich Robert, Michi und der Begleiter Uwe zu einem langen Radballtag. Es ging ins ungarische Baj, etwa 730 km von zu Hause entfernt. Dort warteten die Mannschaften vom KSE Baj 2 und Tataj AC (beide H), sowie TJ Sokol Zlin (CZ), VCE Dorlisheim 2 (F), RMV Mosnang, RS Altdorf 2 (beide CH) und RV Sulz (A) auf die RMC Radballer.

Los ging es gegen den ungarischen Vertreter und Ausrichter KSE Baj 2. Die Geschichte ist schnell erzählt. Von Anfang an ließen Robert und Michi keinen Zweifel am Ausgang des Spieles. Zur Halbzeit stand es bereits 5:0 und nach der Pause erhöhten die Beiden dann mit gebremstem Eifer noch auf 9:2. Robert traf drei Mal und für den Rest sorgte Michael.

Im zweiten Spiel des Abends traf man auf die französische Mannschaft aus Dorlisheim. Robert (3x) und Michi erhöhten standesgemäß auf 4:0 ehe die Elsässer auf 1:4 verkürzten konnten. Erneut war es dann Robert, der auf 5:2 stellte. Dorlisheim gelang dann noch der zweite Treffer und so ging es mit einem beruhigenden 5:2 Vorsprung in die Pause. Nach der Pause entwickelte sich dann ein munteres Scheibenschießen. Nach dem 6:2 durch Robert kamen die Franzosen tatsächlich bis auf 6:7 heran aber Robert beseitigte nach feinem Spielzug mit dem 8:6 Endstand alle Zweifel.

Spiel Nummer drei war dann gegen TJ Sokol Zlin. Die tschechische Mannschaft zeigte in diesem Spiel was sie drauf haben und es war von Beginn an ein umkämpftes Match. Nachdem Robert zum 1:0 traf kamen ihre Gegner ins Rollen und trafen innerhalb von 150 Sekunden drei Mal. Unsere Beiden machten es ihnen durch einfache Fehler allerdings viel zu leicht. Nach dem Anschlusstreffer durch Michi wurde es auch nicht besser und Zlin erzielte zwei weitere Tore zum zwischenzeitlichen 2:5. Robert nährte die Hoffnung auf ein besseres Ergebnis durch seinen 3:5 Anschlusstreffer, doch Zlin ließ nicht locker und erhöhte auf 3:6. Nach der Pause versuchten die Steiner Radballer alles und konnten knapp zwei Minuten vor dem Ende auf 4:6 verkürzen. Leider gelang nur noch der Anschlusstreffer zum 5:6 durch Michi und der Schlusspfiff besiegelte die knappe Niederlage.

So war dann das Halbfinale als Tabellenzweiter der Vorrunde erreicht. In diesem Spiel ging es dann gegen die junge Schweizer Mannschaft aus Mosnang. Auch dieses Spiel war extrem eng und bereits nach 30 Sekunden stand es 0:1 aus Steiner Sicht. Nach einem vermeidbaren Ballverlust erhöhte Mosnang auf 2:0 ehe Robert nicht nur verkürzen konnte, sondern auch noch den Ausgleich erzielte. Mosnang zeigte sich allerdings eiskalt und traf unmittelbar nach eigenem Anspiel durch Roberts Tretlager zum 3:2, was auch der Halbzeitstand war. Das Spiel war im zweiten Abschnitt spannend und es ging hin und her bis Mitte der zweiten Halbzeit die Mosnanger etwas glücklich, aber nicht unverdient ihre Führung auf 4:2 ausbauen konnten. Unsere Jungs hielten dagegen und konnten kurze Zeit später erneut verkürzen. Aber Mosnang ließ nicht locker und Robert fing sich wieder ein „Tretlagertor“ ein. Fortan versuchten die Schweizer das Ergebnis über die Zeit zu retten, Michi aber hatte etwas dagegen. Ca. 45 Sekunden vor Schluss markierte er den Anschlusstreffer und tatsächlich eroberten sich die Steiner nach einem gegnerischen Angriff noch einmal den Ball. Ein schnell ausgeführter Ausball brachte noch eine Riesenchance, Robert legte mustergültig auf und Michi war in Stellung gefahren. Eigentlich eine Formsache für Michi, doch der Ball war zu flach geschossen und der Torwart aus Mosnang konnte abwehren. 3 Sekunden vor dem Ende hätte das ein 4-Meter-Schießen bedeutet. Aber es sollte nicht sein und man zog „nur“ ins kleine Finale ein.

Hier traf man auf den Radfahrverein „Enzian“ Sulz, dem einzigen österreichischen Vertreter bei diesem Turnier. Es entwickelte sich ein Spiel auf hohem Niveau. Beide Teams hatten ja bereits vier Spiele in den Beinen und einen Krimi konnte man nicht zwingend erwarten. Sulz eröffnete den Torreigen nach einer Ecke und erhöhte dann sogar auf 2:0. Nach dem Anschlusstreffer durch Robert konnten die Österreicher kurz vor der Pause den alten Abstand wieder herstellen. Ein Tor aus dem Kuriositätenkabinett des Radballs. Robert fing einen Schuss sicher und wollte den Ball direkt ins gegnerische Tor schießen. Der gegnerische Außenspieler hielt einfach mal sein Vorderrad dagegen und der Ball prallte zurück ins eigene Tor. Der Pausenpfiff beendete diese Halbzeit. Fulminant ging es nach Wiederanpfiff weiter. Anspiel von Michi zu Robert, der fackelte nicht lange und schon hieß es nur noch 2:3. Nach einem leichten Ballverlust des Gegners konnte Michi ins leere österreichische Tor einschieben und nach gut zwei Minuten stand es unentschieden. Als Michi dann in seiner ganz speziellen Art einen 4-Meter Strafball wuchtig versenkte war die erste Führung in diesem Spiel erzielt. Sulz konnte nach einer Ecke zwar wieder ausgleichen, doch schon unmittelbar nach dem darauffolgenden Anspiel erzielte Michi die erneute Führung. Robert war es dann, der zum tragischen Helden dieser Halbzeit wurde. Ähnlich wie im ersten Abschnitt fing er kurz vor Ende der Partie einen Schuss sicher und wollte, warum auch immer, den Ball ins gegnerische Tor lupfen. Doch der Torwart aus Sulz hielt einfach mal den Kopf in die Flugbahn des Balles, traf diesen so perfekt, dass dieser fast von der Mittellinie aus ins Steiner Tor flog. Ausgleich 5:5. Auf dieses Kunststück hätte Robert liebend gerne verzichtet. Bei Finalspielen muss nun die Entscheidung in einer siebenminütigen Verlängerung herbeigeführt werden. Wer nun glaubte, dass dieser Fauxpas die Steiner Radballer in eine tiefe Depression fallen ließ, sah sich getäuscht. Es wurde nochmal alle Kräfte mobilisiert, denn aufs Treppchen wollte man unbedingt. Nach noch nicht einmal einer Minute, Robert wehrte einen Schuss ab, schoss Michi den Ball ins leere Tor des Gegners. Als dann drei Minuten vor dem Ende Michi nach feinem Spielzug das 7:5 schoss, war so etwas wie die Vorentscheidung gefallen. Daran änderte auch der 4-Meter-Treffer von Sulz zum 6:7 Endstand nichts mehr. Die letzten Sekunden spielte die Mannschaft herunter und Platz drei war eingetütet.

Fazit: Ein Turnier mit Höhen und Tiefen. Vor allem im Defensivverhalten zu fehlerbehaftet und offensiv zu ungenau was Schuss- und Passquote anbelangt. Nächste Woche beim Pokalfinale muss eine Schippe draufgelegt werden, um den ersten großen Titel ihrer Karriere zu gewinnen.