Spielbericht Radball Bundespokal
Halbfinale am 28.03.2026 in Wiesbaden-Naurod
Am letzten Märzwochenende stand das Halbfinale des Bundespokals im Radball auf dem Terminplan. So ging die Reise der Ersten ins hessische Wiesbaden, besser gesagt in den Ortsbezirk Naurod. In drei Halbfinalgruppen konnten sich jeweils zwei Mannschaften für das Finale am 16. Mai in Wallbach qualifizieren, und unsere beiden Jungs wollten natürlich dabei sein. In der Gruppe 2 trafen sie dann auf die Mannschaften vom TuS Iserlohn, dem RSV Kissing, dem RVC Prechtal und dem Ausrichtenden Radfahr-Verein Wanderlust Naurod. Nominell war es wohl die am besten besetzte Gruppe mit fünf Bundesligateams.
Im ersten Aufeinandertreffen stand ein altbekannter und unbequemer Gegner auf dem Spielfeld. Der RSV Kissing war in dieser Saison ja schon im Bundesligaspiel ein harter Brocken und so sollte es auch diesmal sein. Kissing ging mit 1:0 in Führung. Michi konnte zwar mit drei Toren in Folge einen zwei-Tore-Vorsprung erzielen, doch die bayrischen Schwaben ließ nicht locker und verkürzte zum 2:3. Dies war auch der Halbzeitstand. Nach der Pause glich Kissing aus und das Spiel stand auf des Messers Schneide. Michi war es dann, der die erneute Führung erzielte und Robert konnte mit einer gelungenen Abwehraktion ca. drei Meter vor dem eigenen Tor das 5:3 erzielen. Der Ball rollte über das ganze Spielfeld ins verwaiste gegnerische Tor. Der RSV konnte erneut den Anschlusstreffer erzielen und 90 Sekunden vor Schluss war noch alles möglich. Aber die Steiner Jungs ließen nichts mehr anbrennen und der erste Sieg war eingetütet.

Spiel zwei an diesem Abend war gegen den TuS Iserlohn. Auch hier hatte man ein schweres und enges Spiel erwartet. Doch es kam ganz anders. Robert und Michi konnten zur Halbzeit bereits einen beruhigenden 3:0 Vorsprung herausschießen. Mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit brachen bei Iserlohn alle Dämme und unsere Beiden schossen was das Zeug hielt. Besser gesagt Robert, denn er hatte in diesem Spiel ganz besonders viel Lust aufs Tore schießen. Wenige Sekunden nach Anpfiff erzielte er das 4:0 und weil es so viel Spaß machte, folgte Treffer um Treffer und schlussendlich stand an der Anzeigetafel ein ungefährdeter, und auch in dieser Höhe verdienter 9:1 Erfolg. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass der Iserlohner Ehrentreffer zum 1:5 erfolgte. Erst nach dem Spiel realisierten alle Beteiligten, dass Robert alle 9 Tore schoss, was aber die Leistung von Michi nicht abwerten soll, denn zum Spiel gehören ja immer noch beide Radballer. Erst am Ende des Turniers war man sich bewusst, wie wertvoll dieser hohe Sieg sein würde, denn das Torverhältnis sollte nochmal eine wichtige Rolle spielen.

Mit dem RVC Prechtal stand der derzeitige Tabellenletzte der ersten Bundesliga auf dem Hallenboden unseren beiden Radballern gegenüber. Eigentlich Formsache. Doch die Steiner können aus jedem Spiel einen Krimi machen. Es ging erwartungsgemäß los und die 3:0 Führung, Michi war zweimal nach Ecke erfolgreich und Robert mit strammen Schuss, war ein vermeintlich sanftes Ruhekissen. Sehr zum Leidwesen von Trainer Kurt erzielten die Prechtaler schnell zwei Tore und ließen auch nach dem zwischenzeitlichen 4:2 durch Robert nicht locker und konnten noch vor der Pause zum 3:4 verkürzen. Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel indem Michi drei Minuten vor Schluss das 5:3 erzielte. Nach einem Fehlpass von Robert erzielte Prechtal erneut den Anschlusstreffer. Er aber bügelte seinen Fehler unmittelbar nach dem Anspiel wieder aus und schoss das 6:4. Als noch 52 Sekunden zu spielen war, kam erneut Prechtal mit einem Freischlag zum wiederholten Anschlusstreffer, doch Robert und Michi stellten innerhalb von 30 Sekunden mit zwei Treffern den 8:5 Endstand her. Drei Treffer in 50 Sekunden zeigen, was im Radball alles möglich ist.
Nachdem zwischenzeitlich Naurod unerwartet gegen Kissing verlor, war auf einmal Spannung im letzten Spiel angesagt. Bei einem eigenen Sieg oder einem Unentschieden war alles klar. Die Steiner Erste ist für das Finalturnier qualifiziert. Bei einer Niederlage mit einem Tor Unterschied, war man Gruppenerster, bei einer Niederlage mit zwei Toren Unterschied war man Gruppenzweiter, und ebenfalls qualifiziert. Allerdings bei einer Niederlage mit 5 Toren Unterschied war man nur noch Dritter und somit ausgeschieden. Für Naurod sah die Situation schon deutlich brenzliger aus. Nur bei einem eigenen Sieg konnte man sich für die Endrunde qualifizieren. Aber alles Rechnen ist ohnehin nur blanke Theorie, die Wahrheit liegt im Radball immer auf der Spielfläche. So konzentrierten sich alle Anwesenden auf dieses „Endspiel“ der Gruppe Zwei. Unter den Zuschauern befand sich übrigens mit Klaus Angermann eine wahre Sportreporterlegende, die seit Jahrzenten den Radsport als herausragender Journalist begleitete. Und es ging gut los. Zuerst Robert, dann Michi schossen eine 2:0 Führung heraus und die Halle wurde leise. Leider, aus Steiner Sicht, nahm die Lautstärke in der letzten Minute der ersten Halbzeit deutlich zu. Naurod glich innerhalb von 30 Sekunden zum Halbzeitstand von 2:2 aus und es war Stimmung in der Bude. So ging es in den zweiten Abschnitt, in dem bis zwei Minuten vor Schluss vor allem Naurod die spielbestimmende Mannschaft war. Folgerichtig gingen die Hessen dann auch mit 3:2 in Führung. Robert war es dann, der im direkten Gegenzug nach dem Anspiel mit einem strammen Schuss den Ausgleich herstellte. Doch Naurod brauchte den Sieg und ca. 15 Sekunden vor dem Abpfiff erzielte die Heimmannschaft den vielumjubelten Siegtreffer zum 4:3. Zwar hatten Robert und Michi nochmal die große Chance zum Ausgleich, doch 4 Sekunden vor dem Abpfiff landete eine Ecke im Toraus.

Und wieder war am Ende des Spieltages festzustellen: Die Gastgeber freuen sich auf unseren Besuch, denn bei allen drei Turnieren in dieser Saison konnte immer der ausrichtende Verein unsere Mannschaft besiegen. Da das Pokalfinalturnier jedoch in Wallbach (Baden-Württemberg) stattfindet, und der Heimverein keine Mannschaft stellt, sind die Aussichten auf einen Pokalsieg gar nicht mal so schlecht.

